Es ist wohl die wichtigste Meldung im Rahmen der CES 2008: Die Warner-Filmstudios geben ihre Unterstützung für das HD-DVD-Format auf und produzieren ab Mai 2008 deshalb alle HDTV-Filme nur noch auf Blu-Ray.
Nach eigenen Angaben reagiert Time Warner auf die deutlich besseren Verkaufszahlen von Blu-ray- gegenüber HD-DVD-Filmen und beendet seine Unterstützung für das HD-DVD-Format. HDTV-Filme, die in den nächsten Monaten erscheinen, werden in beiden Formaten veröffentlicht. Ab Mai wird es dann keine weiteren HD-DVD Veröffentlichungen mehr geben. Damit würde man genau das tun, was die Verbraucher wollen - nämlich Filme auf Blu-ray zu veröffentlichen, gab Berry Meyer, der CEO von Warner Bros. am Freitag Abend bekannt. Mit dieser Meinung ist er nicht alleine: Viele andere Vertreter aus beiden Lagern sind sich sicher, dass der Formatkampf für den Markt der HD-Filme eher bremsend wirkt und HDTV-Filme fürs Wohnzimmer erfolgreicher eingeführt werden, wenn der Verbraucher nicht durch verschiedene Formate verwirrt wird.
Wie schon bei anderen Formaten in der Vergangenheit (man erinnere sich nur an Betamax und VHS), ging es auch bei dieser Entscheidung nicht darum, welches Format das technisch bessere ist, sondern allein um das bessere Marketing und die bessere Marktdurchdringung.
Die Pressekonferenz der HD-DVD Promotion Group im Rahmen der CES 2008 wurde aus diesem Grund abgesagt, was viele als das Ende im Formatstreits und den Sieg von Blu-ray deuten. Tatsächlich ist der damit jedoch nicht besiegelt, schließlich stehen auf dem Weltmarkt bereits über eine Million HD-DVD-Player bei den Kunden und Toshiba wird das Format jetzt nicht einfach aufgeben. Auf der Pressekonferenz im Rahmen der CES 2008 in Las Vegas zeigte sich Jodi Sally (Vize Präsidentin Marketing im Bereich Digital A/V) eher etwas empört über die Situation. Schließlich habe Toshiba nicht nur gegenüber den Verbrauchern, sondern auch gegenüber dem Vertragspartner Warner alle Versprechungen erfüllt. Und man ist sich ausserdem weiterhin sicher, dass das Format unter anderem aufgrund des überlegenen Interaktivitätsformats der vorgeschriebenen Netzwerkschnittstelle bei jedem Player gegenüber Blu-ray überlegen ist. Mit dem wachsenden HD-DVD-Geschäft im Jahr 2007 sei man zufrieden gewesen und hätte zudem sehr optimistisch in die Zukunft geblickt, hörten wir von Pressevertretern.
Für die Bekanntgabe der Entscheidung von Warner hätte es keinen schlechteren Zeitpunkt geben können: An einem Freitag-Abend, zwei Tage vor der Pressekonferenz der HD-DVD Promotion Group auf der CES haben Toshiba und Microsoft nicht mehr die Möglichkeit gehabt, irgendeine Form der Stellungnahme vorzubereiten. Die Entscheidungsträger in Japan waren zu diesem Zeitpunkt schon im Wochenende. Ausserdem ist davon auszugehen, dass auch zwischen Toshiba und Warner das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gewechselt ist, schließlich gibt es bindende Verträge und die überraschende Kehrtwende hat mit hoher Wahrscheinlichkeit noch juristische Konsequenzen. Eine Aussage von Toshiba ist demnach auch erst nach entsprechender rechtlicher Absicherung sinnvoll. Dass die Pressekonferenz der HD-DVD Promotion Group heute ausgefallen ist, scheint daher verständlich.
Allmählich scheint der Formatkrieg zu einem echten "Krieg" mit schlechterem Umgangston zu werden. Dass Toshiba einfach resigniert, scheint unwahrscheinlich, dennoch ist dies ein schwerer und bedeutender Schlag für das Format HD-DVD und es wird sicherlich eine große Herausforderung werden, das Format noch zum dauerhaften Erfolg zu führen. Jetzt kann man nur spekulieren: Führt Toshiba möglicherweise einen Kombi-Player für HD-DVD und Blu-ray ein? Geht Toshiba nochmal auf Überzeugungstour in Hollywood? Oder hängt man das Format vielleicht doch an den Nagel? Wir dürfen gespannt sein.
Erschwerdend kommt noch hinzu, dass sich auch Gerüchte bestärken, wonach Apple im Rahmen der macworld expo (15. bis 18.01.2008 in San Francisco) die HardwareHardware ist der Oberbegriff für die maschinentechnische Ausrüstung eines Systems z. B. eines Computersystems. Es muss sich aber nicht ausschließlich auf Systeme mit einem Prozessor beziehen. Es können auch elektromechanische Geräte wie beispielsweise ein Treppenhauslichtautomat sein.-Unterstützung des Blu-ray Formats durch entsprechende Laufwerke in Apple-Computern verkünden wird.
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