Verwirrung unter Web-Surfern: Auf US-Seiten werden Mamiya-Kameras präsentiert, die gar nicht existieren.

„Gibt’s nicht“ geht doch: In den Vereinigten Staaten werden unter dem Namen Mamiya Digitalkameras angeboten, die nicht im Sortiment des Herstellers auftauchen.
Weltenbummler und Schnäppchenjäger wissen es: Viele japanische Kameras werden in den USA mit anderen Typenbezeichnungen als in Europa angeboten. Damit wollen die Hersteller Grauimporte verhindern – und nebenbei haben es Zöllner leichter, im Touristen-Handgepäck EU- von US-Ware zu unterscheiden.
Diese Praxis erklärt aber nicht die Geisterkameras von Mamiya. Deren US-amerikanische Vertriebsorganisation offeriert unter diesem Namen seit dem Herbst 2008 ein Modell namens DL 28 und ab April 2009 auch noch einen Typ DL 33 – für die Kleinigkeit von rund 20.000 US-Dollar (ohne Steuern). Der deutsche Vertrieb in München kennt diese Typen zwar, kann sie aber nicht liefern – aus gutem Grund: Die Kameras gibt es so von Mamiya gar nicht.
Des Rätsels Lösung: Der US-Vertrieb des Herstellers ist gleichzeitig auch der für Bildsensoren der Firma Leaf. Da Mamiya Mittelformat-Systemkameras produziert, passen an deren Rückseiten nicht nur die eigenen, sondern auch fremde digitale Rückteile. Der 33-Megapixel-Sensor der US-Mamiya-DL-33 stammt von Leaf (Aptus-II 7), das Gehäuse ist ein Mamiya 645 AFD III. Zum Redaktionsschluss gab’s noch ein Mamiya-Objektiv AF 55 mm (f 2.8) oder AF 150 mm (f 3.5) gratis dazu. Wer in Europa eine der DL 33 entsprechende Mamiya will, muss also kombinieren: Gehäuse und Objektiv von Mamiya, Rückteil von Leaf.
Herstellerinfos:
Mamiya Deutschland
US-Ankündigung der DL 33
http://www.mamiya.com/news-events-press-releases.html
Leaf Deutschland
http://www.leaf-deutschland.de/
Stand: März 2009.
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